Die Kirche Piedigrotta - Pizzo

Eine Mischung aus lokaler Geschichte und Legende machen die Höhlenkirche Piedigrotta einzigartig.
Hunderte von Jahren lang gab es die Legende eines Schiffswracks um die Mitte des 19. Jahrhunderts: Ein Schiff mit neapolitanischer Besatzung wurde von einem heftigen Sturm überrascht.
Die Seeleute versammelten sich in der Kapitänskajüte, in der das Gemälde der Madonna di Piedigrotta aufbewahrt wurde, und begannen gemeinsam, der Jungfrau ein Gelübde abzulegen, im Falle der Rettung eine Kapelle zu Ehren der Madonna zu errichten.
Das Schiff sank und die Seeleute schwammen ans Ufer. Zusammen mit ihnen wurden auch das Bild der Madonna di Piedigrotta und die Glocke an Bord von 1632 an die Küste gespühlt.
Entschlossen, ihr Versprechen zu halten, gruben sie eine kleine Kapelle in den Felsen und platzierten das heilige Bild darin. Es gab noch andere Stürme und das Gemälde, das von der Wut der Wellen, die in die Höhle eindrangen, mitgerissen wurde, war immer dort zu finden, wo das Schiff gegen die Felsen gekracht war.
Um 1880 beschloss ein lokaler Künstler, Angelo Barone, der im Stadtzentrum ein kleines Schreibwarengeschäft unterhielt, sein Lebenswerk diesem Ort zu widmen. Jeden Tag erreichte er die Kapelle zu Fuß und vergrößerte mit einer Spitzhacke die Höhle, schuf zwei weitere seitliche Höhlen und füllte die Räume mit Statuen, die das Leben Jesu und der Heiligen darstellten. Angelo starb am 19. Mai 1917, und sein Sohn Alfonso übernahm und widmete 40 Jahre seines Lebens der Kirche. Durch seine Hand nahm es sein endgültiges Aussehen an. Er schuf weitere Statuengruppen, Kapitelle mit Engeln, Reliefs mit Heiligen Szenen, Fresken am Gewölbe des Mittelschiffs und am Hauptaltar. Nach seinem Tod gab es keine Fortsetzer.
Leider war die Kirche zu Beginn der 60er Jahre Gegenstand von Vandalismus. Jugendliche drangen mit einem Stock in das Innere ein und brach die Gliedmaßen mehrer Statuen ab. Zum Glück beschloss ein Neffe von Angelo und Alfonso Barone, genannt Giorgio, Ende desselben Jahrzehnts, aus Kanada nach Pizzo zu reisen, wo er ein bekannter Bildhauer geworden war. Er hätte nur zwei Wochen in seinem Geburtsort bleiben sollen, aber nachdem er die Kirche besichtigt und sie in Trümmern gefunden hatte, beschloss er, sie zu restaurieren. Er blieb mehrere Monate in Pizzo und arbeitete ununterbrochen daran, das Meisterwerk seiner Onkel wiederzubeleben. Die Restaurierung wurde 1968 abgeschlossen und 1969 mit öffentlichem Dank in der Gemeinderatshalle der Gemeinde Pizzo von Stadtrat Mannacio und Bürgermeister Amodio offiziell anerkannt.

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